In den frühen Morgenstunden erlag der 71-jährige Luciano Pavarotti heute seiner schweren Krankheit. Angehörige und Freunde hatten sich in seinem Haus in Modena versammelt, um ihm in den letzten Stunden beizustehen.
Pavarotti war eine absolute Ausnahmestimme des 20. Jahrhunderts. Er konnte das Publikum mit seinem einzigartigen Tenor verzaubern wie kein anderer. Die hohen Lagen sang er mühelos, kraftvoll und ohne die Spur eines schrillen Übergangs, die die meisten seiner Sängerkollegen in Kauf nehmen müssen. Dabei hätte sich Pavarottis Karriere gänzlich anders entwickeln können. Er wurde am 12. Oktober 1935 in Modena geboren. Zunächst sah es ganz so aus, als ob er die Bäckerei seines Vaters übernehmen würde; mit zwanzig Jahren aber entschied er sich, sein Glück in der Gesangskunst zu suchen.
Vom Höhepunkt seiner Karriere wären viele Geschichten zu erzählen. Im Februar 1988 etwa wollte das Publikum ihn nach seiner Darbietung in Donizettis Liebestrank an der Deutschen Oper in Berlin gar nicht mehr entlassen. Ganze siebenundsechzig Minuten lang hielt der Applaus an.
In der Opernwelt war Pavarotti schon zu Lebzeiten unsterblich. Die Nachwelt wird den Namen Pavarotti mit der gleichen Hochachtung nennen, wie sie vormals vielleicht nur Enrico Caruso zuteil wurde. Er wird für immer im Gedächtnis der Menschheit bleiben.